FAQ
Hier werden Fragen und Antworten um Energieberatung, Energiekosten und Einsparpotentiale, Luftdichtheitstest, Förderung, Klimawandel und vieles mehr aufgeführt und sukzessive ergänzt.
Energieberatung / Energieausweise / Luftdichtheitsmessung / Förderberatung / Baubegleitung / Energiekosten / Wärmebrücken / Einsparpotentiale / Klimawandel / CO2-Emissionen / Lebenszyklus / Nachhaltigkeit / Graue Energie / Regenerative Energien / Photovoltaik / EEG und Einspeisevergütung / Solarthermie / Windenergie / Wasserkraft / Biomasse / Geothermie und Wärmepumpe / Energiespeicher / Energiesparhäuser / Autarkie / Holzhaus / …
Energieberatung
Was ist eine Energieberatung?
Eine „Energieberatung ist eine Dienstleistung mit beratenden Informationen und Analysen zu den Themen Erzeugung, Speicherung, Transport, Bereitstellung, Verbrauch, Einsatz, Einsparung, Umwandlung und Rückgewinnung von Energie unter ökologischen sowie ökonomischen Aspekten“ Quelle: Wikipedia
Wann sollte Sie zu einem Energieberater Kontakt aufnehmen?
Sie sollten immer dann Kontakt zu einem Energieberater aufnehmen, wenn Sie das Gefühl haben,
- dass Ihr Gebäude oder Wohnung zu viel Energie verbraucht
- den ständig steigenden Energiepreisen entgegenwirken möchten
- über eine Wärmedämmung nachdenken
- auf erneuerbare Energien umsteigen wollen
- als Vermieter/Verkäufer einen qualifizierten Energieausweis benötigen
- die Luftdichtheit (Blower Door) Ihres Gebäudes überprüfen lassen wollen
- etwas für die Umwelt tun und gleichzeitig Ihren Wohnkomfort verbessern wollen
- Fördergelder für energetische Maßnahmen erhalten wollen
- sich für eine wertsteigernde Investition in Ihr Gebäude entschieden haben
- eine unabhängige Baubegleitung und Qualitätsüberwachung wünschen
- sich unabhängig beraten lassen möchten, um nur die für das Gebäude sinnvollen Maßnahmen umzusetzen,
Was tut ein Energieberater?
Ein Energieberater macht zunächst eine Bestandsaufnahme Ihrer Immobilie, um den energetischen Ist-Zustand zu erfassen. Dabei beurteilt er die Gebäudehülle und die vorhanden Technische Gebäudeausrüstung, sprich Heizungsanlage, Rohrleitungen, Lüftungsanlagen etc. Daraus resultieren oft Schwachstellen und Potentiale zur Verbesserung. Auf dieser Grundlage entstehen Vorschläge wie die Schwachstellen beseitigt werden können. Immer individuell und auf Ihre Bedürfnisse angepasst. Steht fest was alles gemacht werden soll, wird gemeinsam mit Ihnen ein Sanierungsfahrplan entwickelt. Auf dieser Grundlage können Sie Angebote von Fachfirmen einholen. Dabei kann Sie der Energieberater auch unterstützen. In der Baubegleitung überwacht er die Durchführung und Umsetzung der Arbeiten.
Das alles kostet Geld. Die Bundesregierung fördert aber mit günstigen Krediten und Zuschüssen den Neubau und die Sanierung energetische Gebäude. Dabei ist es nicht immer einfach die richtigen Fördermaßnahmen und Randbedingungen zu kennen und zu beantragen. Ihr Energieberater wird Sie gerne dabei unterstützen. Damit das alles richtig umgesetzt und das Energieeinsparungspotential ausgeschöpft und Bauschäden vermieden werden, verknüpft die Bundes-regierung die Bewilligung der Förderanträge an die Bestätigung der Maßnahmen durch einen Energieberater. Für die Baubegleitung durch einen Energieberater erhalten Sie z.B. 50 % der Kosten (max. 4.000 Euro pro Vorhaben).
Wo findet man als Bauherr oder Eigentümer einen Energieberater?
Neben Empfehlungen, Anzeigen und dem Internet, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter der Leitung der dena eine Energieeffizienz-Expertenliste geschaffen. In Ihr sind deutschlandweit Energie-Effizienzexperten gelistet die einheitliche Qualifikationsstandards erfüllen und sich kontinuierlich weiterbilden müssen. Damit wird sichergestellt, dass die Fördermittel sach- und fachgerecht eingesetzt werden und der Bauherr auch das gewünschte energetische Niveau erreicht.
Die Energie-Experten Liste gibt Bauherren und sanierungswilligen Eigentümern verlässlich Orientierung bei der Entscheidung für einen professionellen Begleiter ihres Vorhabens.
Sie finden diese auf der Internetseite https://www.energie-effizienz-experten.de/sie-sindbauherr/expertensuche/expertensuche
Energieausweise
Seit dem Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 am 1. Februar 2002 gibt es Energieausweise. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben und liefern Informationen zu den anfallenden Energiekosten und zur Energieeffizienz eines Gebäudes. Mit dem seit 01.11.2020 vorliegendem Gebäudeenergiegesetz wird auch der CO2-Bedarf des Gebäude ausgegeben. Eine gute Sache, denn so kann jeder Mieter, Käufer oder Eigentümer sofort erkennen wie energieeffizient das Gebäude oder die Wohnung ist, oder anders ausgedrückt wieviel man jedes Jahr an Energiekosten bezahlen muss. Er ist eine gute Entscheidungshilfe bei der Wohnungs- oder Haussuche. Daher ist der Energieausweis auch in Immobilienanzeigen gesetzlich anzuzeigen.
Braucht nun jeder sofort einen Energieausweis?
Die Antwort lautet nein. Ein Energieausweis wird benötigt, wenn ein neues Gebäude errichtet, eine größere Änderung vorgenommen wird oder ein Verkauf, Vermietung, Verpachtung erfolgt. Achten Sie einmal darauf, in öffentlichen Gebäude mit mehr als 1000m2 ist der Energieausweis sichtbar anzuzeigen (Aushangpflicht). Der ausgestellte Energieausweis hat eine Gültigkeit von 10 Jahren.
Warum gibt es 2 unterschiedliche Energieausweise?
Die Ausstellung des Energieausweises kann auf Grundlage des Energieverbrauchs oder des Energiebedarfs erfolgen. Der Energieverbrauchsausweis zeigt nur eine nutzerabhängige Bewertung auf, da der tatsächliche Energieverbrauch für Heizung und ggf. Warmwasserbereitung anhand von Verbrauchsdaten des Nutzers der letzten 3 Jahre ermittelt wird. Er ist mit weniger Aufwand zu erstellen, sofern verlässliche Verbrauchsdaten der letzten 3 Jahre vorliegen.
Der Energiebedarfsausweis ist insbesondere bei einer geplanten Modernisierung des Gebäudes aussagekräftiger als der Energieverbrauchsausweis. Er betrachtet die energetische Qualität sowie den Zustand der Bausubstanz und der Haustechnik unabhängig von Verbrauch und Nutzerverhalten. Auch die Deutsche Energie Agentur (dena) empfiehlt den Bedarfsausweis.
Wer den Energieausweis vorab näher kennenlernen möchte, kann sich anhand der Broschüre der dena auf der Interseite näher informieren.
https://www.dena.de/newsroom/publikationsdetailansicht/pub/broschuere-der-energieausweis-gut-informiert-besser-modernisiert/
Ausstellungsberechtigung für Energieausweise sind zugelassene Personen nach §88 GEG. Das sind Personen mit besonderen Aus- oder Weiterbildungen, sowie Berufspraxis. Dazu zählen beispielsweise Ingenieure, Architekten, Physiker oder Handwerker. Jeder Energieausweis wird bei der DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) registriert und erhält eine Registriernummer. Die Missachtung der Energieausweise ist kein Kavaliersdelikt. Wer den Energieausweis vorsätzlich oder leichtfertig nicht, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig macht, muss mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro rechnen.
Wie finde ich zugelassene Personen die Energieausweise ausstellen und wie ist das mit den „Billig Online Angeboten“ im Internet?
Eine vollständige Liste berechtigter Aussteller gibt es nicht. Die Einträge beruhen in der Regel auf ungeprüften Selbstauskünften der Aussteller. Wichtig werden die Form und Qualität der Datenerhebung vor allem dann, wenn ein Käufer nach dem Erwerb eines Hauses oder einer Wohnung die Richtigkeit des Energieausweises in Frage stellt.
Eine Datenbank mit Energieberatern, deren Qualifikation regelmäßig überprüft wird, ist die Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme, die von der deutschen Energieagentur (dena) betreut wird. Die Wahl eines Ausstellers aus dieser Liste ist insbesondere empfehlenswert, wenn Sie auch eine Modernisierung des Gebäudes planen. Denn nur die hier gelistete Personen dürfen als Sachverständige die Bestätigungen ausstellen, die Sie für die Beantragung von Fördermitteln benötigen.
Luftdichtheitsmessung
Was versteht man unter einer Luftdichtheitsmessung (Blower Door Test)?
Fachlich korrekt bezeichnet handelt es sich beim Blower Door Test um die Luftdichtheitsmessung oder Luftdichtheitsprüfung zur Überprüfung der luftdichten Gebäudehülle. Neben einigen größeren Anbieter von Luftdichtheitsmessung wie z.B. der TÜV werden diese Arbeiten von Gebäudeenergieberatern, Ingenieur-büros in Ihrem Portfolio übernommen. „Prüfer der luftdichten Gebäudehülle“ ist kein Beruf. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass die Durchführung und Prüfung nach den gesetzlichen Vorgaben und Normen und erfüllt wird, ist es wie oft im Leben hilfreich auf Qualitätsanforderung bei der Vorbereitung und Durchführung zu achten. Ein TÜV-Zertifikat als Blower Door Messdienstleister (TRA), perfektes Equipment, Flexibilität gibt Ihnen hier mehr Sicherheit bei Ihrer Entscheidung.
Brauche ich eine Luftdichtheitsmessung?
Luftdichtheit gilt als anerkannte Regel im Bauwesen und ist im Neubau und bei der Sanierung nach anerkanntem Stand der Technik sicherzustellen. Sofern Sie im Neubau oder bei der Sanierung eine Luftdichtheit gewährleisten können, brauchen Sie nicht zwingend eine Messung. Viele Förderproramme verlangen aber den Nachweis. Dies aus gutem Grund und das sollte es Ihnen auch Wert sein. Denn unkontrollierter Infiltrationsluftwechsel über Bauteilfugen und Undichtigkeiten in der Gebäudehülle führt zu Wärmeverlusten, Verringerung der Behaglichkeit durch Zugluft und zu einer Verringerung des Schallschutzes; aber vor allem durch den Feuchtetransport zu erheblichen Bauschäden (Schimmel und Zerstörung der Bausubstanz). Letzteres will keiner haben, denn die Beseitigung der Schäden ist aufwändig, teuer und die Beweislage liegt meist bei Ihnen.
Was sind typische Schwachstellen in der luftdichten Gebäudehülle?
Meist sind Fensteranschlüsse, Durchbrüche, Kabeldurchführungen, WC-Drückerarmarturen, Steckdosen oder Sockelleisten, Verklebungen der Dampfbremse typische Stellen für Leckagen. Die Ursachen sind meist Nachlässigkeiten bei der Ausführung. Diese lassen sich meist schnell und einfach beheben, besonders dann, wenn die luftdichte Ebene (Dampfbremse, OSB-Platten, etc.) noch sichtbar ist. Erfolgt die Luftdichtheitsmessung zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. wenn die raumseitige Bekleidung (Gipskartonplatten, Holzverkleidung etc.) schon montiert ist, sind Nachbesserungen in der Regel aufwändiger und mit wesentlich höheren Kosten verbunden.
Welche Vorbereitungen und welcher Bauzustand ist für eine Luftdichtheitsmessung zu beachten?
Welche Vorbereitung zu treffen sind, wie ein geeigneter Bauzustand aussieht und welche Tätigkeiten von mir erbracht werden, finden Sie in der Checkliste (hier Link einfügen) für eine Luftdichtheitsmessung
Kann ich eine Luftdichtheitsmessung auch nach dem Einzug machen?
Durchführen lässt sich eine Luftdichtheitsmessung auch nach dem Einzug. Es ergibt sich aber die Schwierigkeit, dass die zu untersuchenden Räume zum Messzeitpunkt möbliert und bewohnt sind. Das Aufspüren potenzieller Leckagen ist schwieriger, da man nicht frei zugänglich an alle zu untersuchende Bereiche herankommt. Sollten Leckagen auftreten, dann ist Ihre Beseitigung aufwändiger und teurer, da Bauteile rückverbaut werden müssen um die eigentliche Probstelle zu beseitigen. Ein geeigneter Bauzustand für eine Luftdichtheitsmessung liegt vor, wenn die luftdichte Ebene (Dampfbremse, OSB-Platten, etc.) noch sichtbar ist. Dies ist meist der Fall kurz vor den Maler- und Bodenarbeiten.
Ist die Durchführung einer Luftdichtheitsmessung Messung im Altbau sinnvoll?
Generell ist bei Altbauten mit größeren Undichtigkeiten zu rechnen als im Neubau. Die Stellen an denen es „zieht“ sind den Bewohnern meist bekannt. Sinnvoll ist ein Luftdichtheitsmessung mit Leckageortung bei baulichen Änderungen. Dann z.B., wenn eine Wärmedämmung, ein Fenstertausch oder der Einbau einer Lüftungsanlage erfolgt. Dann können Mängel in der luftdichten Ausführung schnell aufgedeckt werden. Im Zusammenhang mit dem Einbau einer Lüftungsanlage ist ein bestandene Luftdichtheitsmessung sogar Voraussetzung für die Fördermittelvergabe.
Luftdichtheitsmessung Messung nicht bestanden – Was nun?
Vorab kann ich Sie beruhigen. Die Anforderungen an die luftdichte Gebäudehülle sind nicht unerreichbar hoch. Bei Neubauten ist in der Regel das Erreichen der erforderlichen Luftdichtheit problemlos im ersten Anlauf. Die Durchfallquote ist hier sehr gering, insbesondere wenn schon im Bauablauf eine Leckageortung vorgenommen wurde. Falls doch, haben Sie meist gegenüber Ihrem Vertragspartner Anspruch auf Nachbesserung. Auf jeden Fall sind Sie vor später auftretenden Mängeln, insbesondere durch Feuchte und den damit verbunden Schäden an der Bausubstanz geschützt.
Wärmebrücken
Wärmebrücken sind Bereiche der Gebäudehülle, an denen geometrie-, konstruktions- oder materialbedingt ein örtlich veränderter Wärmedurchgang im Bauteil vorliegt. In der Heizperiode kommt es zu einem erhöhten Wärmeabfluss und höheren Heizenergiebedarf. Dies kann auch zu deutlich verringerten Innenoberflächentemperaturen (meist in den Ecken) führen, was in der Folge zu Tauwasserausfall und gegebenenfalls zu Schimmelbildung führen kann. Infolge verbesserter Wärmedämmung kommt den Wärmebrücken im Planungsprozess und bei der Bewertung eine zunehmende Bedeutung zu.
Der zusätzliche Transmissionswärmeverlust über Wärmebrücken kann durch einen pauschalen oder einen individuell bestimmten Zuschlag berücksichtigt werden.
Je besser ein Gebäude wärmegedämmt ist, desto stärker wirken sich Schwachstellen an Wärmebrücken auf die Energiebilanz des Gebäudes aus. Aus diesem Grund wurden die Wärmeverluste über Wärmebrücken bei der Ermittlung des Jahresprimärenergiebedarfs in die Bilanzierung aufgenommen.
Förderberatung
Die Inanspruchnahme von Fördermitteln senkt Ihre Investitions- bzw. Kapitalkosten und wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus. Die Bundesregierung, stellt eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten für den Neubau und die Sanierung bestehender Gebäude zur Verfügung. Dies sind im Wesentlichen zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse für den Neubau sowie für Einzelmaßnahmen bei der Sanierung. Hinzu kommt die Förderung der Baubegleitung zu einem Effizienzhaus und Zuschüsse für den Einsatz Erneuerbarer Energien. Neben den bundesweit gewährten Fördermitteln gibt es lokal auch Anreizprogramme einzelner Länder, Kommunen und Städte.
Wo finde ich die Förderprogramme?
Die genannten Förderprogrammen mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind aktuell bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und der BAFA (Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zu finden. Seit beginn 2021 werden die Förderprogrammen unter der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengeführt.
Wer fördert was?
Die KfW finanziert das Bauen und den Kauf von energieeffizienten Gebäuden, das energetische Sanieren oder den Umbau sowie die Nutzung erneuerbarer Energien mit günstigen Krediten und Tilgungszuschüssen.
https://www.kfw.de/kfw.de.html
Die Bafa fördert den Heizungstausch, Maßnahmen zur Heizungsoptimierung, zum Einsatz erneuerbarer Energien, Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung sowie Energieberatung für Wohngebäude mit einem prozentualen Förderzuschuss.
https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/effiziente_gebaeude_node.html
Ab 01.01.2021 wird mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die energetische Gebäudeförderung des Bundes neu aufgesetzt. D.h. die bisherigen Förderungen von KfW und Bafa werden sukzessive zusammengefasst.
Das BEG selbst, setzt sich dann aus den folgenden Teilprogrammen zusammen:
I. BEG Wohngebäude (BEG WG)
II. BEG Nichtwohngebäude (BEG NWG)
III. BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM)
Neben den Förderungen für Energieeffizienz will ich nicht unerwähnt lassen, dass es auch Förderungen für Altersgerechtes Umbauen und Einbruchschutz gibt.
Energieeffizient investieren. Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG -> Erklärvideo der KfW
Lohnt sich der Aufwand für die Beantragung der Fördermittel?
Die Bundesregierung hat die Anreizwirkung für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien deutlich angehoben. Sie verbindet damit die Zielsetzung den klimaneutralen Gebäudebestand voranzubringen. Zusätzlich sollen Gebäude nachhaltiger in Ihrem Lebenszyklus werden. Diese wird durch die eingeführten NH (Nachhaltigkeitsklassen) unterstützt.
Kurzum, die von der Bundesregierung angebotenen Fördermittel waren noch nie so attraktiv wie zurzeit. Dennoch bleibt es jedem selbst überlassen, ob er die Fördermittel in Anspruch nehmen will. Mit der Förderberatung kann und will ich keine Beratung der Bank oder Sparkasse ersetzen.
An welche Bedingungen sind die Fördermittel gebunden?
Die Fördermittel sind an klare Bedingungen (Technische Mindestanforderungen) gekoppelt und in ihrer Höhe den Maßnahmen zugeordnet. So ist verständlich, dass der Aufwand für ein besonders Energieeffizientes Gebäude mit erneuerbaren Energien höher gefördert wird als nur die Erreichung eines Mindestenergiestandards. Energieeffizientes Bauen erfordert komplexes Fachwissen. Daher fordern die Bundesregierung, dass ein Experte für Energieeffizienz die Umsetzung der Maßnahmen zum gewünschten Ergebnis führen überwacht und bestätigt. Nur dann werden die Fördermittel gewährt.
Wann müssen die Fördermittel beantragt werden?
Fördermittel müssen generell vor der Beauftragung z.B. eines Fachbetriebes beantragt werden. Denn wenn bereits eine Energieeffizienzmaßnahme umgesetzt oder begonnen wurde, für den wird keine Förderung mehr gewährt. Angebote im Vorfeld einholen und sich beraten lassen können Sie aber.
Wie kann ich die für mich richtige Förderungen finden?
Die Vielfalt der Fördermöglichkeiten ist hoch, ihre Randbedingungen komplex und sie ändert sich fortlaufend. Hier den Durchblick zu halten ist nicht einfach. Als Energieberater bin ich mit diesen Fragen häufiger konfrontiert und kann Ihnen dabei helfen die für Ihre Maßnahme geeignete Förderung aufzuzeigen.
Baubegleitung
Was beinhaltet eine Baubegleitung?
Die Baubegleitung durch den zertifizierten Energieberater umfasst die
- energetische Fachplanung gem. den Techn. Mindestanforderungen
- erstellt die Bestätigung zum Antrag
- begleitet die Umsetzung der energetischen Maßnahmen
- prüft die Durchführung der energetischen Maßnahme
- erstellt die Bestätigung nach Durchführung
Welche Unterstützung/Förderung gibt es für die Baubegleitung?
Die Umsetzung von Energieeffizienten Maßnahmen erfordert Fachwissen und Erfahrung. Daher übernimmt das BMWi die Hälfte der Kosten für die Baubegleitung bei einem Neubau oder einer Sanierung. Damit erhalten Eigenheimbesitzer und alle, die es werden wollen, von Beginn an kompetente Unterstützung, bis zum gelungenen Abschluss ihres Projekts.
Ab wann sollte man eine Baubegleitung haben?
Die Baubegleitung sollte von Anfang an und ständig begleitend erfolgen. Fragen können früh geklärt und Mängel am einfachsten beseitigt werden, da man sie frühzeitig erkennt und unverzüglich beseitigen kann. Deshalb ist eine sukzessive Baubegleitung wichtig.
Energiekosten
Private Haushalte sind nach dem Verkehr und der Industrie mit 30% am Energieverbrauch in Deutschland verantwortlich. Energiesparen ist der einfachste und schnellste Weg, das den Geldbeutel zu schonen und das Klima zu schützen. Investitionen rechnen sich durch die entfallenden Energiekosten. Das trifft auch auf Gebäude zu, die in Deutschland etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO2-Emissionen verursachen. Ob Altbau oder Neubau: Ein Haus energetisch zu sanieren oder zu errichten, ist zwar nicht einfach, lohnt sich aber in vielerlei Hinsicht.
Was verursacht im Gebäude die meisten Energiekosten?
Entsprechend der Grafik der dena entfallen ungefähr dreiviertel des Energieverbrauchs auf die Raumwärme. Gefolgt von Warmwasser und zunehmend für Elektrogeräte und Beleuchtung. Klar, dass mit einer verbesserten Gebäudedämmung, (Außenwand und Dach), gut dämmenden Fenstern und Türen am meisten gespart werden kann.
Warum weniger Gas- und Ölheizungen?
Gas und Öl sind fossile Energieträger. Der Lieferpreis ist sehr volatil, die Vorräte endlich und die Sicherung der Öl- und Gasvorkommen verursacht oft politische und kriegerische Auseinandersetzungen. Vor allem aber ist der durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehende CO2-Ausstoss hauptverantwortlich für die Klimakrise. Seit 2021 hat die Bundesregierung die „CO2-Steuer“ auf fossile Energieträger in Deutschland eingeführt. Derzeit noch moderat, aber es ist abzusehen, dass sich diese in den nächsten Jahren weiter erhöhen wird.
D.h. wer heute eine neue Heizung plant oder erneuert, sollte auf regenerative Energieträger setzen. Solar, Photovoltaik, Geothermie, Wind stehen kostenlos zur Verfügung. Produkte für regenerative Energieerzeugung sind massenmarkttauglich und werden gefördert.
Einsparpotentiale
Wo kann ich im Haushalt Strom sparen?
Der Stromspiegel (https://www.stromspiegel.de/) für Deutschland liefert bundesweit gültige Vergleichswerte für den Stromverbrauch von Privathaushalten. Hier kann man leicht überprüfen, ob man im vergleich viel oder eher wenig Strom verbraucht. Schauen Sie sich die dort aufgeführten Stromspartipps an. Es lohnt sich und man ist erstaunt mit wie wenig Aufwand sich Energie und Geld sparen lässt.
Klimawandel
Worauf ist der Klimawandel zurückzuführen?
Der Klimawandel während der letzten Jahrhunderttausende ist im Wesentlichen auf den Einfluss von Sonneneinstrahlung zurückzuführen, die sich in Zeiträumen von Jahrtausenden veränderte und so den Wechsel zwischen Kalt- und Warmphasen bewirkte. Eine spezielle Form des Klimawandels sind abrupte Klimawechsel. Sie wurden in der Erdgeschichte durch Asteroiden, Vulkanausbrüche, kurzfristig auftretende Treibhausgas-Emissionen oder andere Einflüsse ausgelöst, oft in Verbindung mit biologischen Krisen. Einige der Einflussgrößen sind wissenschaftlich verstanden und allgemein akzeptiert, andere scheinen naheliegend, obwohl deren Wirkzusammenhänge im Detail den Wissenschaftlern ein Mysterium sind und deshalb heftig diskutiert werden.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert sind Veränderungen des Erdklimas hauptsächlich auf anthropogene (menschliche) Aktivitäten zurückzuführen, insbesondere auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe, die den Treibhausgasgehalt in der Erdatmosphäre erhöhen und die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde ansteigen lassen.
Die Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig, der Klimawandel ist Fakt und unbestritten. Im Okt. 2018 stimmten 195 Mitgliedstaaten dem IPCC-Sonderbericht (https://www.de-ipcc.de/256.php) zu, der den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Folgen von 1,5 °C Erwärmung gegenüber vorindustriellen Bedingungen und zu Treibhausgas-Emissionspfaden darlegt.
Was sind die Auswirkung des Klimawandels?
Die Auswirkungen des Klimawandels sind massiv und bekannt. U.a. wer möchte kann auf der Internetseite des Umweltbundesamt die Auswirkungen nachzulesen https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/beobachteter-klimawandel
CO2-Emissionen
Was ist CO2 und warum ist CO2 so problematisch?
Die die Erde umgebende Atmosphäre schützt uns vor der Weltraumstrahlung und sorgt dafür, dass ein Teil der Sonneneinstrahlung reflektiert wird. Ohne unsere Atmosphäre wäre es auf unserer Erde -18°C kalt. Die Zusammensetzung unserer Luft sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis. Dabei sind Kohlenstoffdioxid (CO2, ein ungiftiges, farbloses Gas), Methan und Lachgas nur zu einem sehr geringen Anteil in unserer Luft vertreten. Dennoch sind diese Gase aufgrund ihrer chemischen Struktur besonders verantwortlich für Wärmestrahlung und haben einen sehr großem Einfluss auf die Temperaturerhöhung.
Über Jahrmillionen haben die Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese CO2 aufgenommen, als fossile Energien gespeichert und Sauerstoff freigegeben, so für ein ausgewogenes Gleichgewicht gesorgt. Doch seit Beginn der Industrialisierung greift der Mensch durch Verbrennung fossiler Ressourcen massiv in das vorhandene Gleichgewicht ein.
Der höhere CO2-Gehalt führt zu höheren Temperaturen und zum sogenannten Treibhauseffekt. Der CO2-Ausstoß muss, um die Klimaerwärmung zu stoppen sukzessive bis spätestens 2050 auf null reduziert werden. Mit Unterzeichnung der Klimarahmenkonvention sind die Staaten dazu verpflichtet, regelmäßig über ihre Treibhausgasemissionen zu berichten. Der Staat legt fest, welche Gruppe (z.B. Automobil) wie viele Tonnen CO2 emittieren darf (Emissionsberechtigungen). Wer die Grenzwerte nicht einhält, muss Strafzahlungen leisten oder bei staatlich organisierten Auktionen Emissionsrechte kaufen.
Klar ist, dass wir nicht in allen Bereichen den CO2 Ausstoß auf null reduzieren können. Wir wollen in den Urlaub fliegen und auch die Landwirtschaft wird ihren Ausstoß nicht ganz reduzieren können. Dort wo es nicht geht, muss es eine Kompensation (z.B. Aufforstung des Waldes, etc.) erfolgen.
Was kann ich dabei im Neubau oder der Sanierung meines Gebäudes tun?
Man kann es kurz und prägnant formulieren und auf die folgenden Kernelemente zurückführen.
- Energie sparen
- Energie effizient einsetzen
- Fossile Energieträger substituieren
- Nachhaltige Baustoffe und Produkte einsetzen
Lassen Sie sich dabei unterstützen und fragen Sie mich oder andere Fachleute, wie Sie dies machen können.
Lebenszyklus
Die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Gebäuden ist entscheidend vom Lebenszyklus geprägt. Der Lebenszyklus eines Gebäudes beinhaltet dabei
- den Ressourcenabbau und Materialgewinnung, Herstellung der Produkte
- die Konstruktion des Gebäudes
- die Nutzung bzw. Umnutzung
- dem Abbruch (End of Life)
- Recycling und Entsorgung / Deponierung nicht mehr verwertbarer Materialien
Nachhaltigkeit
Das nachhaltige Bauen ist ein zentraler Baustein in der Strategie der Bundesregierung zur nachhaltigen Entwicklung
Wird nachhaltiges Bauen gefördert?
In der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde als Förderung die „Effizienzgebäude NH-Klasse“ neu eingeführt. Wenn Ihr Gebäude von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ein „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ zuerkannt wurde, wird die Förderung erhöht. Das Nachhaltigkeitszertifikat und die Unterstützung sind noch neu. Wie die Bedingungen und Bewertung vorgenommen werden, muss sich noch näher etablieren. Trotz allem der richtige Weg. Wer ist nicht nur wegen der Förderung tut, sondern aus Überzeugung schafft nachhaltige Werte und Wertsteigerung seiner Immobilie.
Graue Energie
Was versteht man unter „grauer Energie“?
„Graue Energie“ beschreibt die für den Gewinn von Materialien, der Herstellung und Verarbeitung, dem Transport, der Lagerung und Entsorgung benötigte Primärenergie (nutzbarer Energiegehalt eines natürlich vorkommenden Energieträgers).
Wie habe ich beim Bau oder Sanierung Einfluss auf den Anteil der grauen Energie?
Sie haben bei der Wahl Ihrer Baustoffe und Produkte entscheidenden Einfluss auf den Anteil der grauen Energie. So ist vielen nicht bewusst, dass Bauen auf Basis mineralischer Werkstoffe (Beton und Steine) für viel graue Energie verantwortlich ist. Da macht es Sinn den Einsatz von Holz als natürlichen Baustoffe zu erwägen. Des Weiteren kann bei der Wahl der Dämmstoffe großen Einfluss genommen werden. Der häufig eingesetzte Fassadendämmstoff auf Basis expandiertes Polystyrol (EPS) ist im Sinne der grauen Energie bedenklich, denn EPS ist energie- und ressourcenintensiv hergestellt und gilt heute bereits als Sondermüll.
Lassen Sie sich bei der Auswahl der Baustoffe beraten?
Regenerative Energien
Was versteht man unter regenerativer oder erneuerbarer Energien?
Unter erneuerbarer oder auch regenerativer Energie versteht man Energieformen, die im menschlichen Zeitraum unerschöpflich, sich schnell erneuern und bei der Umwandlung in die benötigten Energieformen keine Schadstoffe erzeugen.
Beispiele für erneuerbare bzw. regenerative Energien (beide Begriffe sind identisch):
- Solarenergie (Photovoltaik, Solarthermie)
- Wasserkraft
- Windkraft
- Geothermie
- Bioenergie (Holz, Bio-Kraftstoff, Bio-Gas)
Photovoltaik
Was versteht man unter Photovoltaik?
Unter Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von einfallendem Licht in elektrische Energie zu verstehen.
Was für Photovoltaikmodule gibt es?
Monokristalline Zellen –
Zellen aus einkristallinen Siliziumscheiben (Wafern). Die Herstellung ist kompliziert und kostenintensiv. Der Wirkungsgrad von monokristallinen Zellen beträgt 16-22 %.
Polykristalline Zellen –
Polykristalline Zellen verwenden Scheiben, die aus geschmolzenem Silizium hergestellt werden. Für die Herstellung gibt es verschiedene Verfahren, bei denen mehrere Kristalle entstehen; daher „poly-kristallin“. Ihr Wirkungsgrad liegt bei 14-20 %. Aufgrund geringerer Produktionskosten sind diese Zellen die am häufigsten verwendeten Solarzellen in Photovoltaikanlagen.
Dünnschichtzellen / Amorphe Solarzellen –
Dünnschichtzellen bestehen aus einer feinen Siliziumschicht, die eine nichtkristalline Struktur aufweisen. Sie sind 100-mal dünner als herkömmliche kristalline Solarzellen und können relativ günstig, etwa durch Aufdampfen auf ein Trägermaterial, hergestellt werden. Leider liegt aktuell ihr Wirkungsgrad nur bei 5 -10%. Aufgrund ihrer dünnen Beschaffenheit können sie auf beweglichen Oberflächen, Gebäudefassaden und Dachziegeln eingesetzt werden.
Was muss ich bei der Anbringung von Photovoltaik auf dem Dach beachten?
Neben dem Standort und der dort gegebenen Sonnenstrahlung, kann durch die Ausrichtung und Dachneigung der Ertrag der Photovoltaikanlage beeinflusst werden. Idealerweise wenn die Sonnenstrahlung in einem Winkel von 90 Grad, also senkrecht auf die Solarzelle trifft, können die höchsten Erträge erzielt werden. Der Sonnenstand ist aber im Tages- und im Jahresverlauf nie konstant, so dass die optimale Einstrahlung bei festmontierten Solarmodulen nicht permanent gegeben ist. Wo immer möglich, ist eine Südausrichtung des Daches anzustreben. Dächer mit einer Neigung von 30° – 35° sind in unseren Breitengraden gut geeignet und auch mit einer Abweichung von Süden von +/- 20% noch als gut zu bewerten. Je stärker jedoch von der optimalen Südausrichtung abgewichen wird, desto mehr macht sich eine Abweichung vom optimalen Winkel bemerkbar. Auch auf Häusern mit Ost-/West-Dächern kann eine Photovoltaikanlage installiert werden. Bei dieser Dachform werden die Erträge der Morgen- und Abendsonne geerntet. Wichtig hierbei ist allerdings, dass die Dachhälften separat (als sogenannte Strings) verschaltet sind, da sich sonst Leistungseinbußen auf der einen Dachseite auch auf die andere Seite auswirken. Sehr wichtig ist, dass die Photovoltaikanlage verschattungsfrei installiert ist und bleibt.
Wie ist eine Photovoltaikanlage montiert?
Die Module auf Schrägdächern sind meist über Dachhaken unter den Ziegeln an den Dachsparren und auf speziellen Montageschienen befestigt. Schnee und Windlasten sind entsprechend des Standortes zu berücksichtigen. Für Flachdächer gibt es spezielle Montageeinheiten. Sie erlauben die Montage mit einem optimalen Winkel der Module.
Lohnt sich aktuell eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus?
Ob es sich lohnt, ist immer eine Frage der Randbedingungen und gesetzten Bezugsgrößen. Wer eine ausreichend und gut nach Süden gelegene Dachfläche hat, sich unabhängig machen will und nicht zwingend auf eine sehr hohe Rendite und kurze Amortisationszeit aus ist, für den lautet meine klare und kurze Antwort ja, insbesondere, wenn der Eigenverbrauchsanteil hoch ist.
Die staatliche Solarvergütung nach dem Erneuerbaren-Energiesetz (EEG) für das Einspeisen von selbst erzeugtem Solarstrom ins öffentliche Netz sinkt stetig. Derzeit liegt er bei 9,72 Cent (ct) pro Kilowattstunde (kWh) für kleinere Anlagen bis 30 Kilowatt Peak (kWp) (Stand Februar 2020). An dieser Stelle ist es sinnvoll über Möglichkeiten nachzudenken den Eigenversorgungsgrad zu erhöhen und einen Batteriespeicher einzusetzen.
Lassen Sie sich beraten, welche Lösung für Sie attraktiv ist und sich ein auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Angebot machen.
EEG und Einspeisevergütung
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde im Jahre 2000 als effektives und effizientes Instrument für die Förderung von Strom aus regenerativen Quellen, also Strom aus Wasserkraft, Wind-kraft, Biomasse, Deponie-, Klär- und Grubengas, Geothermie und Photovoltaik, beschlossen. Dabei verpflichtet das EEG die Netzbetreiber, EE-Anlagen vorrangig an ihr Netz anzuschließen, den erzeugten Strom vorrangig abzunehmen und weiterzuleiten. Den Lieferanten von erneuerbaren Energien wird von den Netzbetreibern eine feste Einspeisevergütung über einen Zeitraum von 20 Jahren gewährt. Lag die Einspeisevergütung im Jahre 2000 für eingespeisten Strom bei 50,6 Ct/kWh, so liegt sie im Okt. 2020 nur noch bei 8,4 Ct/kWh für Anlagen mit weniger als 10 kWp. Wer eine Photo-voltaikanlage installiert und die auf 20 Jahre feste Einspeisevergütung erhalten will, muss seine Anlage über das Portal der Bundesnetzagentur unmittelbar zum Betriebszeitpunkt anmelden. Zusätzlich wird die Menge des eingespeisten Stroms auf 70% reduziert, um das öffentliche Stromnetz für Überlastung zu sichern.
Wie hoch ist aktuell die Einspeisevergütung?
Die Förderung von eingespeisten Strom nimmt kontinuierlich ab. Die aktuellen Vergütungssätze findet man auf den Seiten der Bundesnetzagentur. Damit wird klar, dass es von Vorteil ist, so viel wie möglich Strom seiner Photovoltaikanlage selbst zu verbrauchen. Da das nicht immer möglich ist, können Batteriespeicher den Strom kurzzeitig speichern und zu sonnenarmen Zeiten wieder bereitstellen. Die Kosten für Batteriespeicher sind in den letzten Jahren deutlich gesunken, so dass es sehr oft lohnend ist darin zu investieren.
Solarthermie
Als Solarthermie ist die Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare thermische Energie zu verstehen. Schon 800 vor Christus kamen einfache Solarspiegel zum Einsatz, um Sonnenstrahlen auf einen Punkt zu fokussieren und so Wasser zu erwärmen.
Aus welchen Komponenten besteht eine Solaranlage?
Eine komplette Solaranlagen besteht aus
- Solarkollektoren (Flach- oder Röhrenkollektoren)
- Solarkreis mit Wärmeträgerflüssigkeit
- Solarstation mit Pumpe, Regelung und weitere Armaturen
- Warmwasserspeicher inkl. Wärmeübertrager
- Nachheizung (i.d.R. der vorhandene Heizkessel).
Die Montage der Kollektoren sind i.d.R. genehmigungsfrei (Ausnahme Denkmalschutz). Ein Quadratmeter Kollektor wiegt, je nach Bauform, ca. 10-25 kg. Normalerweise reicht die Statik der Dächer, sollte aber bei der Planung kontrolliert werden. Die optimale Neigung der Kollektoren beim Einsatz für die Heizungsunterstützung hat eine Neigung zwischen 45° – 70° Grad bei Südausrichtung.
Was ist der Unterschied zwischen Flach- und Röhrenkollektoren?
Flachkollektor
– höher Platzbedarf
+ gutes Preis/Leistungsverhältnis
+ meist verbauter Typ
Röhrenkollektor
+ platzsparend
– teuer
+ hoher Wirkungsgrad (Winterbetrieb)
Windenergie
Neben Photovoltaik ist die Windenergie das sichtbarste Zeichen des Ausbaus regenerativer Energien. Der Einsatz von Kleinwindkraftanlagen im Ein- und Mehrfamilienhaus ist sehr selten. Kleinwindkraftanlagen bis zu einer Höhe von 10m sind genehmigungsfrei und nur anzeigepflichtig. Sofern das Haus nicht auf einer windreichen Nordseeinsel oder auf einen Berg im Westerwald steht, ist es schwierig, eine Kleinwindanlage wirtschaftlich zu betreiben. Zu gering ist die Windausbeute, als das sich eine Installation amortisieren könnte, denn die Energieausbeute ist bei Windanlagen proportional zur Windgeschwindigkeit.
Im Internetportal Kleinwindkraftanlagen (https://www.klein-windkraftanlagen.com/) sind umfangreiche Informationen zu Technik, Bauformen, Förderungen, Kosten zu entnehmen.
Wasserkraft
Wasserkraft wird seit Jahrhunderten genutzt. Der Ausbau der großen Wasserkraftwerke in Deutschland ist nahezu vollständig, auf Kosten des Eingriffs in die Natur für das Anstauen des Wassers und dem Bau der Staudämme erschlossen. Eine Erhöhung der regenerativen Stromerzeugung mit Wasserkraft ist nur noch durch Modernisierung der Anlagen möglich. Ein großer Vorteil der Wasserkraft und der Pumpspeicherkraftwerke ist die schnelle Verfügbarkeit des Stroms. Damit ist die Wasserkraft für die schnelle Bereitstellung eine sehr wichtige Energieform.
Für den Einsatz als regenerative Energieversorgung im Einfamilienhaus hat diese Energieform keine Bedeutung.
Biomasse
Unter Biomasse bezeichnet man Energieträger, die ihre Energie über den Vorgang der Photosynthese durch das Pflanzenwachstum gewinnen. Dabei binden die Pflanzen während des Wachstums Kohlendioxid (CO2) und speichern dabei die Energie der Sonne.
Biomasse gibt es in fester Form (Holzscheide, Holzpellets oder Hackschnitzel), flüssig (Bio-Kraftstoffe) und gasförmig (Biogas, Biomethan).
Warum ist z.B. Erdöl, obwohl über den Vorgang der Photosynthese durch das Pflanzenwachstum entstanden, keine Biomasse?
Obwohl fossile Brennstoffe wie Erdöl, Kohle, Erdgas und Torf, letztlich auch über Photosynthese entstanden sind, zählt man sie nicht als Biomasse. Diese können sich nicht in überschaubaren Zeiträumen regenerieren, und damit erfüllen sie nicht die Kriterien der Erneuerbarkeit. Was genau im Sinne des Gesetzes als Biomasse gilt, ist seitens des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in der Verordnung über die Erzeugung von Strom aus Biomasse (Biomasseverordnung – Biomasse) geregelt.
Geothermie und Wärmepumpe
Unter Geothermie wird die Nutzung der in der Erdkruste gespeicherten Wärme verstanden.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Mit einer Wärmepumpe entzieht man durch Einsatz elektrischer Energie der Umgebung (Außenluft, Grundwasser und Erdreich) außerhalb des Gebäudes Wärmeenergie und macht sie durch Anhebung des Temperaturniveaus für das Warmwasser (Heizung, Trinkwasser) im Innenbereich nutzbar. Dabei funktioniert die Wärmepumpe umgekehrt wie ein Kühlschrank.
Welche Energiequellen für Wärmepumpen gibt es?
Energiequellen der Wärmepumpe sind:
- Luft / Luft- Wasser
- Erde (Erdwärmesonden, Erdkollektoren (Flachkollektor, Erdkörbe) / Sole – Wasser
- Grundwasser, Eisspeicher / Wasser – Wasser
Was bedeutet die JAZ Arbeitszahl einer Wärmepumpe und was ist COP?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis von eingesetzter Strommenge und ausgehender Wärmemenge über das gesamte Jahr hinweg bei unterschiedlichen Betriebszuständen. Der COP (Coefficient Of Performance) bezeichnet den thermischen Wirkungsgrad von Wärmepumpen in einem bestimmten Betriebspunkt.
Wärmepumpen sind im Trend und werden durch KfW und Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhr, kurz BAFA (aktuell mit 35% der förderfähigen Kosten) gefördert. Dazu müssen die elektrisch betriebenen Wärmepumpen mit Prüf- und Zertifizierungsnachweis in der Liste der BAFA aufgeführt, vorgegebene JAZ-Zahlen nachweisen und ein Wärmemengenzähler muss eingebaut sein.
Auszugsweise hieraus sind die folgende Werte zu erfüllen:
- Luft/Wasser-Wärmepumpen: 3,10 (im Betriebspunkt A2/W35)
- Sole/Wasser-Wärmepumpen: 4,30 (im Betriebspunkt B0/W35)
- Wasser/Wasser-Wärmepumpen: 5,10 (im Betriebspunkt W10/W35)
Energiespeicher
Speicher für elektrische Energien sind Batterien auf elektrochemischer Basis oder auch Primärzelle genannt. Batterien sind heutzutage in jedem Haushalt in elektrischen Kleingeräten (Fernbedienungen, Wanduhren) zu finden. Sofern Batterien wieder aufgeladen werden können, spricht man von Akkumulatoren, oder kurz von einem Akku. Der größte Vorteil des Akkus gegenüber der Batterie ist der des Wiederaufladens. In der Umgangssprache bezeichnen wir oft Akkus als Batterien.
Was sind für das Gebäude bevorzugte Speicher?
Als Kurzzeitspeicher in Gebäuden haben sich Li-Ionen Akkus bewährt. Sie sind für hohe Ladezyklen gut geeignet und ihr Preis ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Sie eignen sich hervorragend den Photovoltaikstrom für die sonnenarmen Zeiten zu puffern und den Eigenversorgungsgrad zu erhöhen.
Für die Speicher von Wärme über einen längeren Zeitraum haben sich Warmwasserspeicher fest etabliert.
Energiesparhäuser
Wie sind Energiesparhäuser definiert?
Der Markt für Energiesparhäuser wird sukzessive größer und vor allem unübersichtlicher. Verwirrend ist die Vielfalt der Namen, unter denen solche Häusertypen angeboten werden. Biohaus, Plus-Energiehaus, Ökohaus, 3-Liter Haus, Aktivhaus, Sonnenhaus, Holzhaus, Sparhaus, Effizienzhaus, Niedrigenergiehaus, Nullenergiehaus, Passivhaus, KfW-Energieeffizienzhaus, Energieautarkes Haus, Plus-Energiehaus, Minergie A Haus u.v.m.
Es existiert keine einheitliche Definition und so ist auch dem Einfallsreichtum des Marketings keine Grenzen gesetzt. All diese Begriffe sind jedoch Bezeichnungen für Häuser, die das Ziel haben, Energie einzusparen. Will man die Häuser betreffend ihres Energiegewinns vergleichen, stellt man fest, dass Ihre Berechnungen auf unterschiedlichen Bilanzgrenzen und Festlegungen beruhen.
Ein Effizienzhaus ist – ganz allgemein formuliert – ein Energiestandard für Gebäude, den die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, zusammen mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) entwickelt hat. Dieser basiert auf der Systematik der sogenannten Referenzgebäude, die im Gebäudeenergiegesetz (GEG), dass ab 1. Nov. 2020 gültig ist (vormals in der Energieeinsparverordnung (EnEV), als Vergleichsgröße herangezogen wird. Wer ein neues Haus bauen oder sanieren möchte, muss darauf achten, dass der maximal zulässige Jahres-Primärenergiebedarf nicht überschritten wird. Er wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr angegeben und ist im Energieausweis sichtbar. Parallel dazu definiert die Verordnung auch Obergrenzen für Transmissionswärmeverluste durch die Gebäudehülle und den Anteil erneuerbarer Energien. Zusammen definieren diese Werte den energetischen Standard von Häusern.
Autarkie
Was versteht man unter Autarkie bei einem Gebäude?
Autarkie in Bezug auf Gebäude beschreibt die Fähigkeit, im gewählten Zeitraum unabhängig von externer Energiebereitstellung zu sein und den erforderlichen Energiebedarf in seiner räumlichen Grenze selbst zu decken.
Die Autarkie wird dabei aus dem Verhältnis von Eigenerzeugung zum Verbrauch ermittelt. Wird als Ergebnis 1 (bzw. 100%) erreicht, spricht man von Autarkie. Ist der Wert >1, dann hat man einen Energieüberschuss.
Die Berechnung muss dabei in einem Zeitintervall erfolgen, der den Energiebedarf und die Energiebereitstellung im realen Zusammenhang bringt. So sollte, um ein korrektes Ergebnis zu erhalten, bei Photovoltaik zumindest ein Intervall im Minutenbereich gewählt werden.
Am häufigsten anzutreffen ist die bilanzielle Energieautarkie, d.h. das Gebäude ist über das Jahr autark. Hier wird die überregionale Netzinfrastruktur (für Elektrizität, Gas, Wärme usw.) genutzt, um Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen (auch weiche Autarkie genannt)
Holzhaus
Holzhäuser gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Dabei denkt man meist zuerst an Blockhäuser, bei denen massive Holzstämme aufeinandergelegt, das Haus bilden. Im Mittelalter hat die Ständerbauweise in Form von Fachwerkbauten das Stadtbild geprägt. Die Zwischenräume waren mit Lehm, Stroh oder mineralischen Werkstoffen aufgefüllt. Der Holzrahmenbau ist eine Weiterentwicklung des Fachwerkbaus und vor allem in Amerika weit verbreitet. Beim Holztafelbau bilden flächige Wandscheiben, die der Holzkonstruktion eine hohe Steifigkeit geben die weitverbreitetste Bauart.
Was sind die Vorteile eines Holzhaus / Fertighauses?
Ein Holzhaus als Fertighaus definiert sich dadurch, dass seine Einzelteile in Produktionshallen vorgefertigt sind und vor Ort in wenigen Tagen zu einem Haus zusammengesetzt werden können. Ein Fertighaus ist ein Haus, bestehend aus industriell und witterungsunabhängig gefertigten Bauteilen, wie Wand- und Deckenelementen, das auf einem Fundament (Bodenplatte oder Kellerdecke) errichtet wird, wobei der Baustoff dafür meist Holz ist.
Fertighäuser hatten anfangs noch den Ruf nicht individuell gestaltbar zu sein, keine lange Lebensdauer und einen schlechten Werterhalt zu haben, so sind sie heute fest im Markt etabliert. Dabei sind Häuser in großer Vielfalt in Architektur, Ausbaustufen und Kundenwünschen verfügbar.
Vorteile und Nachteile eines Fertighauses mit Holz sind:
+ Witterungsunabhängiger hoher Vorfertigungsgrad und Genauigkeit
+ Schnelle Montage vor Ort, kaum Störung des Verkehrs durch lange Baustellenzeiten
+ Geringes Gewicht, daher für Aufstockungen im Bestand sehr gut geeignet
+ Sehr wirtschaftliche und materialsparende Bauweise
+ Zu einem gemauerten Haus mit gleichen Dämmwerten ist aufgrund der Wandstärken gut 10% mehr Raum bei gleicher Kubatur vorhanden
+ Nachhaltiger Werkstoff Holz und gut recyclebar (CO2-Bindung)
+ Holz ist, soweit unbehandelt eingesetzt, ein gesunder und biologischer Werkstoff
– Lärmschutz, insbesondere Trittschall, wenn keine Schalldämmung eingebracht ist
– Brandschutz für Ein- und Mehrfamilienhäuser kein Problem, ab Gebäudeklasse 4 sind entsprechende Brandschutzmaßnahmen vorzusehen
Ingenieurbüro Bugert
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